Wir

Wir sind sausolide.

Es ist unsere Verpflichtung, uns immer an den Wünschen des Kunden und des Marktes zu orientieren.

Die BHZP GmbH (Bundes Hybrid Zucht Programm) mit Hauptsitz im niedersächsischen Ellringen ist eines der größten deutschen Schweinezuchtunternehmen. In den drei Geschäftsfeldern Zucht, Besamung und Software bietet sie qualitativ hochwertige Produkte, umfassendes Branchen-Know-how und vielfältige Serviceleistungen.

Ein Top-Unternehmen, das hart und dynamisch arbeitet, laufend investiert …aber bei Ferkelerzeugern, Beratungs­organisationen u.a. immer noch zu wenig bekannt ist. Zugleich gilt der Markt als dramatisch umkämpft.

Dr. Conrad Welp, Branchenexperte und BHZP-Geschäfts­führer, zeigt auf, warum Deutschlands Ferkelerzeuger das BHZP kennen sollten.

Herr Dr. Welp, die BHZP GmbH ist seit rd. 45 Jahren eine ­etablierte Größe in der deutschen Schweinezucht, im Besamungsebersegment ist das BHZP einer der Markt­führer, dennoch hapert es mit dem Bekanntheitsgrad – woran liegt das?

Über viele Jahrzehnte hinweg war das BHZP der Ansicht, es müsste mit leistungsfähigen Produkten im Markt überzeugen. Die enorme Leistungskraft der Tiere sollte einen gewissen Bekanntheitsgrad generieren – dies ist teilweise auch so. Heute müssen wir jedoch feststellen, dass Produktqualität als USP nicht mehr ausreicht. Um einen hohen Bekanntheitsgrad zu erzielen, gehören auch ein Marketingkonzept, ein Werbekonzept, ein Dienstleistungskonzept dazu, eine Beschreibung, was die besondere ­Qualität der Produkte ausmacht. In der Besamung verfügt das BHZP über hervorragende Produkte, die der Warentest eindrucksvoll bestätigt hat. Allerdings haben wir keinen Jahresbericht für Besamung oder einen Besamungseber-Katalog wie in der Branche üblich… Wenn das eine Schwäche sein soll: Wir sind dabei eine Broschüre zu entwickeln, explizit zur Besamung, in der wir auch unsere Zuchtkompetenzen und unsere Dienstleistungen herausstellen werden.

Das BHZP hat ja einiges zu bieten: Welches Spektrum deckt die Unternehmensgruppe ab und was für eine ­Leistungsfähigkeit steckt dahinter?

Die Leistungsfähigkeit des BHZP lässt sich in sechs Säulen veranschaulichen. Die erste Säule umfasst die Genetik, die Basiszucht. Als Unternehmen sind wir der Eigentümer der Genetik. Was das BHZP weiter auszeichnet: Wir verfügen über eine zentrale Zuchtwertschätzung, Säule 2. Drittens: für das schnelle Umsetzen von Zuchtfortschritten ist eine Infrastruktur für die künstliche Besamung wichtig. Hier kommen uns die eigenen Besamungsstationen mit dem hohen Gesundheitsstatus zugute. Punkt 4 ist die Veterinärgesellschaft im BHZP, .d.h. wir setzen auf eine eigene veterinärmedizinische Betreuung, weil wir überzeugt sind, dass Tiergesundheit ein integrativer Bestandteil von Produktqualität ist. Fünftens: Die BHZP GmbH verfügt über eine eigene Abteilung, die für Beratungsorganisationen, Vermarktungsorganisationen und produzierende Betriebe bedienfreundliche Softwarelösungen entwickelt. Und schließlich der Kundenservice. Diesen Bereich haben wir in den letzten Jahren sehr stark ausgebaut.

Eine andere Betrachtung zum Leistungsspektrum ist das Gesamtprogramm aller Dienstleistungen des BHZP. Durch das Zusammenwirken mit den beiden Hauptgesellschaftern VzF und EGN bieten wir Dienstleistungen zur Sauen-Genetik, EDV-Dienstleistungen, Fruchtbarkeitsservice für Kundenbetriebe und – wichtig für eine jederzeitige Standortbestimmung im Markt – ein zuverlässiges Datenmanagement zu allen Zucht- und Produktionsstufen. Über die Strukturen der VzF GmbH sowie die Betriebsauswertungen der Ferkelerzeugung und Mast haben wir die biologisch-ökonomische Stellung unseres Zuchtprogrammes immer unter Kontrolle. Das ermöglicht es, Schlachtkörperdaten, Organbefunddaten usw. für unsere Zuchtarbeit zu nutzen. Als BHZP GmbH und in Zusammenarbeit mit den beiden Hauptgesellschaften halten wir somit ein komplettes und einzigartiges Dienstleistungspaket vor, das alle Produktionsstufen umfasst.

Was macht das BHZP deutschland- und europaweit so einzigartig? Welches sind die Besonderheiten?

Da ist zunächst die besondere Ge­sell­schafterstruktur: alle unsere Gesellschafter sind bäuerliche Organisationen und in Deutschland ansässig. Wir sind also ein ursprünglich deutsches, von Bauern getragenes Zuchtprogramm. Deshalb ist es unsere Verpflichtung, uns immer an den Wünschen des Kunden und des Marktes zu orientieren. Unser Unternehmen ist kein Selbstzweck, sondern Dienstleistung. Was das BHZP noch einzigartig macht, ist das extrem schnelle Umsetzen von Unternehmensentscheidungen. Im BHZP sind die Prozesse von einer Idee bis zu ihrer Realisierung im Markt extrem kurz und schnell – bedingt durch unsere schlanken Führungsstruktur und wenige Entscheiderebenen. Das verschafft uns Vorteile am Markt. Dann: Unser Hauptfokus liegt auf dem deutschen Markt, europaweit der Markt mit den meisten Verbrauchern. Durch unsere spezielle Gesellschafterstruktur können wir sehr schnell im deutschen Markt auf Veränderungen reagieren. Das BHZP konzentriert sich nicht wie viele andere allein auf die Primärkunden Ferkelerzeuger, sondern wir sind in alle Produktionsstufen involviert – bis hin in die Schlachtung und die Verbrauchermärkte. Diese für uns existenziell wichtigen, produktionsstufenübergreifenden Informationen werden im BHZP aufgenommen, analysiert und bewertet – und wenn notwendig in unsere Zuchtarbeit integriert.

Als deutsches Zuchtunternehmen sind wir im Gegensatz zum ausländischen Wettbewerb dazu in der Lage 4 x D zu liefern, d.h. die Zuchttiere bei uns stammen bis zu den Eltern und Großeltern aus deutscher Haltung und Aufzucht. Diese hohe Transparenz im Zuchtbereich ist eine Besonderheit. Das umfassende Know-how macht das BHZP ebenfalls einzigartig: Alle Fragen rund um die Schweineproduktion herum können bei uns aus einer Hand beantwortet werden. Ein weiteres Highlight des BHZP stellen die eigenen KB-Stationen mit eigenen Ebern dar, durch die wir einen großen Einfluss auf die Ausrichtung der Genetik besitzen und diese konkret an die Anforderungen des Marktes anpassen können. Kein Zukauf! Das haben andere Zuchtunternehmen in Deutschland in dieser Form nicht. Beste Eberqualität, der hohe Gesundheitsstatus der Eber, Quarantänestationen usw. – damit führt das BHZP im Besamungssegment eine Eigenmarke, keine Dachmarke. Das fordert uns aber auch stets an der Qualität zu arbeiten. 

In welchen Bereichen hat das BHZP ­­Allein­stellungs­merk­male – was bieten Sie, was Mitbewerber nicht leisten können?

Zum Beispiel das Gesamtangebot im Besamungsbereich. Hier müssen wir unseren Kunden jedoch noch mehr klarmachen, welche Qualitätsprozesse und -kriterien hinter der Spermagewinnung stehen. Deutschland ist bei der Besamung weltweit ein Spotmarkt. Unsere Zuchtarbeit und die Gewinnung von qualitativ hochwertigem Sperma von erstklassigen Tieren bedeuten einen enormen Kostenaufwand, z.B. durch die Lage und die Technik der KB-Stationen und interne Qualitätsprozesse – von der Gewinnung über die Fraktionierung, Beurteilung, Portionierung bis hin zur Distribution. Diese Prozesse sind in allen BHZP-Stationen gleichgeschaltet und von gleichhoher Qualität. Die Qualitätskontrollen werden von unabhängigen Instituten begleitet. Die Ebereigenleistungsprüfung des BHZP ist extrem aufwendig – die umfassendste in Europa! Höchstens 5% aller getesteten Eber gelangen in den Zuchteinsatz – schon dies zeigt, wie extrem unser Invest ist, der für den Kunden betrieben wird. Dazu gehört auch die gesamte BioSecurity, das Transportwesen mit speziellen, filterausgestatteten VzF-Fahrzeugen. Das alles in der Summe ist ein Alleinstellungsmerkmal, wie es keine andere Organisation in diesem Umfang bietet, europaweit!

Dann gibt es das Nachkommenprüfsystem für Eber, bei dem wir über unsere Testbetriebe pro Jahr über 50.000 Schlachterkörperbewertungen vornehmen, so dass wir über exzellente Detailkenntnisse zur Leistungsfähigkeit unserer Produkte und unserer Eberlinien verfügen. Das ist das größte Prüfsystem in Deutschland und sogar Europa. 

Gibt es weitere USP?

Ja, was ich vorhin ansprach, unser schnelles Reaktionsvermögen durch die spezielle Gesellschaftsstruktur, das Know-how aus einer Hand oder das umfassende Dienstleistungsangebot können wir als Alleinstellungsmerkmale bezeichnen. Und schließlich ist da noch der Marktauftritt unseres Zuchtprogrammes, der auf einem in sich schlüssigen, kundenorientierten Werbe- und Marketingkonzept basiert. Mit diesem identifizieren sich unsere Kunden. Sie möchten solide Produkte, möchten stolz sein, auf das, was sie selbst leisten, auf die Produkte, mit denen sie arbeiten und ihr Geld verdienen. In unserer Werbung erkennen sich die Kunden mit ihren Ansprüchen, Bedürfnissen und ihren Emotionen wieder. Das zeitgemäße, positive Erscheinungsbild des BHZP veranschaulicht das Verhältnis zwischen Mensch und Tier – z.B. das Bild vom Bauern und der Sau, mit der Kernaussage: Wir wollen keine gestressten, sondern umgängliche Tiere. Oder das emotionale, augenzwinkernde Bild der wohlriechenden Gentlemen-Eber. Das kommt an. Von unserem Angebot und Selbstverständnis her sind wir kein Trendsetter, sondern bieten auf unterschiedlichste Kundenbedürfnisse zugeschnittene Produkte: ob Jungsauen, Besamung, Software oder Eigenremontierung. Und zu allem passt unser Slogan: Wir sind sausolide! 

Und genau diese soliden Leistungen sind es, mit denen Sie punkten. Wie sind Sie in den einzelnen Segmenten am Markt positioniert?

Im Besamungssegment ist das BHZP deutschlandweit aktuell die Nr. 2, bezogen auf den Anteil Mastschweine, die BHZP beeinflusst sind, belegen wir sogar Platz 1. Bei den verkauften Sauen steht das BHZP auf Rang 2. Im Bereich Software/EDV ist die BHZP GmbH deutschlandweit die Nr. 1. Sie sehen, wir sind in allen Segmenten im Spitzenfeld. Aber das muss auch so sein … da wir nur den lokalen deutschen Markt betrachten, ist es dringend angeraten in unseren Sparten Marktführerschaft anstreben. 

Sie hatten vorhin das besondere Know-how des BHZP angesprochen, die Beratung zu sämtlichen Fragen rund um die Schweineproduktion aus einer Hand. Wie profitieren Ihre Kunden davon?

Im BHZP beschäftigen wir uns sehr intensiv mit allen Fragen, die die Schweineproduktion explizit in Deutschland betreffen. Dazu zählen auch durch die Politik oder die Gesellschaft aufgeworfenen Themen wie Langschwänze, Aspekte der Verhaltensforschung oder die Frage nach den Leistungsgrenzen in der Produktion, die von der Gesellschaft akzeptiert werden. Wir haben es immer mehr mit Merkmalen zu tun, die züchterisch schwer zu beeinflussen sind. Diese bedürfen auch einer hohen Anzahl an Untersuchungstieren – aber der Schweinehalter in Deutschland kann sicher sein, dass sich das BHZP auch um diese gesellschaftlich relevanten Merkmale umfassend kümmert, auch in der Frage, ob diese Merkmale züchterisch zu bearbeiten sind oder nicht. Hier hat sich das BHZP als verlässlicher Partner erwiesen. 

Welche Nutzen haben die Kunden vom BHZP insgesamt?

Letztendlich müssen wir uns an den biologischen, ökonomischen Ergebnissen orientieren. Das BHZP ist ein Programm, das unterschiedlichste Interessen berücksichtigt. Die Ferkelerzeuger haben andere Interessen als die Mäster. Wir sehen immer die Gesamtrentabilität, das hat der Warentest kürzlich eindeutig belegt, dass der BHZP-Eber 77 von der Gesamtrentabilität her absolut führend ist. Im Sauenbereich steht das BHZP für hohe Fruchtbarkeitsleistungen, hohe Quoten aufgezogener Ferkel bei nicht steigenden Verlusten. Wir streben eine „sozialverträgliche“ Sau an, die in Gruppen gehalten werden kann, die mütterlich ist und ihre Ferkel selber aufzieht oder ggf. durch Ammen. Die BHZP-Zuchtarbeit ist nicht auf maximale Wurfgröße ausgelegt, sondern auf größte Effizienz von Leistung und Kosten.

Ein Unternehmen wird immer auch an seiner Anspruchs­haltung gemessen … was zeichnet hier das BHZP aus?

Unser Anspruch beinhaltet eine konsequente Kundenorientierung, qualitativ hochwertige Produkte und auf den Nutzer ausgerichtete Dienstleistungen. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei vielen Unternehmen erhebliche Lücken. Wer unsere Produkte beurteilen kann, wird kaum Diskrepanzen zu unserer Anspruchshaltung finden. Die Dienstleistungen werden natürlich von Menschen deutschlandweit in unterschiedlicher Form erbracht und genutzt, aber dafür setzen wir auf interne und externe Fortbildungen oder Schulungen. Der Erfolg gibt uns Recht, untermauert durch unser Wachstum in allen Unternehmensbereichen. Auch in schwierigen Marktphasen waren wir nie gezwungen, Sauen zu schlachten. Wir sind stolz darauf, dass wir hier in Deutschland mit seinen problematischen Marktverhältnissen, den schwierigsten ganz Europas, nach wie vor expandieren.

Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter.  Wie investieren Sie in Ausbildung, Mitarbeiter-Qualifizierung und interne Kommunikation?

Da ist die Veterinärgesellschaft zu nennen, mit der wir über hochqualifizierte Tierärzte verfügen und die befähigt ist, Schweine-Fachtierärzte auszubilden. In unseren Basiszuchtbetrieben bilden wir junge Menschen zu Tierwirten aus. Des Weiteren bieten wir unseren Mitarbeitern ein vielfältiges internes/externes Fortbildungsprogramm zu unterschiedlichsten Themen (z.B. Zucht, Besamung, Beratung, Vertrieb, Tiermedizin). Nicht immer ganz leicht gestaltet sich die Mitarbeiter-Rekrutierung bzw. die Sicherstellung der Personalbesetzung aller unserer Unternehmensbereiche. Deshalb entwickeln wir aktuell spezielle Traineeprogramme für unterschiedliche Berufszweige in unserer Unternehmensgruppe.

Gibt es nicht auch ein Imageproblem?

In der öffentlichen Wahrnehmung ist die Schweineproduktion besonders im Fokus und wird bisweilen auch negativ bewertet. Aber die jungen Leute sind unvoreingenommen, und wenn sie einen der schweinehaltenden Berufe einsteigen, bewerten sie die Arbeitssituation häufig positiv und sehen darin berufliche Perspektiven. Darauf müssen wir setzen!

Hervorragende Produkte, überdurchschnittliches Fachwissen, Forschungsengagement – manchmal genügt auch das nicht, um ein Unternehmen für die Zukunft gut aufzustellen. Wie aktiv ist das BHZP in Sachen Mitarbeiterrekrutierung und Arbeitgebermarke?

Vor zehn Jahren gab es schwierige Unternehmensphasen, eine Situation, die es erschwerte, junge Leute zu rekrutieren. Inzwischen haben wir ein sehr gutes Image und sehen auch an den Bewerberzahlen, dass das BHZP ein nachgefragter Arbeitgeber ist. Dies müssen wir in den nächsten Jahren nutzen, um uns mit unserer Arbeitgebermarke noch besser zu positionieren. Dazu gehören mehr öffentlichkeitswirksame Auftritte, mehr Marketing und Werbung, herausragende Produkte und – unerlässlich – auch unternehmenseigene Traineeprogramme. Und was nicht alltäglich ist, sind die vielfältigen Berufsmöglichkeiten oder Facetten, die der BHZP-Verbund rund um die Schweineproduktion bietet: von der Tierbetreuung im Stall, High-Tech in der EDV, der Darstellung/Vermittlung hochwissenschaftlicher Zusammenhänge, Tiergesundheit/Tierschutz, Beratung, Vertrieb, Administration bis hin zu Logistik/Transport.

Ohne Zukunftsdenken keine Unternehmensentwicklung: Welche langfristigen Ziele und Pläne verfolgen Sie, wo wird in den nächsten Jahrzehnten investiert, welche Visionen hat das BHZP?

Zuerst sehe ich hier die Schaffung hinreichend großer Populationen, der Ausbau ausreichender Basispopulationen, also Basiszuchtbetriebe und KB-Stationen in Unternehmenshand, dann den weiteren Ausbau der tierärztlichen Betreuung über die Veterinärgesellschaft. Auch die Mitarbeiterrekrutierung in Eigenverantwortung ist eine Zukunftsaufgabe. Und vor allem ist es wichtig, die Gesellschafterstrukturen noch enger zu verflechten, um in Zukunft das Leistungsprofil noch besser auszugestalten und nach außen darzustellen.

Wenn die hochspezialisierten Dienstleistungen der Hauptgesellschafter sinnvoll zusammengeführt und modular aufgebaut werden, entsteht ein einzigartiges und einmaliges Netzwerk rund ums Schwein, das es so in Deutschland nicht gibt. Diese Chance sollte in Verantwortung für die deutsche Schweinezucht genutzt werden.