StallView wird vom Institut für Tierernährung und der Außenstelle für Epidemiologie (Bakum) der Stiftung der Tierärztlichen Hochschule Hannover koordiniert. Das von der BHZP GmbH entwickelte digitale Tool ermöglicht virtuelle Stallbegehungen, bei denen Tierärzte, Berater und Studierende ortsunabhängig und ohne Anfahrt live zugeschaltet werden können – gerade angesichts von Fachkräftemangel, organisatorischen Herausforderungen und Biosicherheitsanforderungen ein zukunftsweisender Ansatz. Ziel ist es, den praxisnahen Wissenstransfer in Aus- und Weiterbildung zu stärken und damit einen direkten Beitrag zur Verbesserung des Tierwohls in der Schweinehaltung zu leisten. Weitere Projektpartner sind zwei niedersächsische Praxisbetriebe, der Förderverein Bioökonomieforschung e.V. (FBF) sowie der Schweinegesundheitsdienst der LUFA Nord-West.
FixMyPig verfolgt einen neuen Ansatz in der Zuchtforschung für die Entwicklung Genom-basierter Zuchtstrategien. Übergeordnetes Ziel ist es, die Häufigkeiten von Anomalien beim Schwein über die Möglichkeiten klassischer Zuchtstrategien hinaus weiter zu reduzieren. So sollen das Tierwohl und die Nachhaltigkeit in deutschen Schweinehaltungsbetrieben verbessert werden, indem Methoden der reversen Phänotypisierung genutzt werden. Anomalien stellen eine besondere Herausforderung in der Tierzucht dar, da sie von vielen verschiedenen Genen gleichzeitig (polygen) gesteuert werden. Darüber hinaus kommen sie nicht bei jedem Anlagenträger auch zur Ausprägung (unvollständige Penetranz) und sind in Teilen nur schwer vollständig zu erfassen. Vor diesem Hintergrund sollen im ersten Schritt deren tatsächlich sichtbaren Erscheinungsbilder (Phänotyp) systematisch erhoben und ausgewertet werden. Dazu werden Gewebeproben der Schweine gewonnen, mit denen das Erbgut im Labor untersucht (typisiert und sequenziert) wird. Die so aufgebaute Lernstichprobe wird dann als Grundlage für die Schätzung genomischer Zuchtwerte genutzt. Am Projektkonsortium beteiligt sind die ISN Projekt GmbH (Koordination), die Georg-August-Universität Göttingen, der Förderverein Bioökonomieforschung e.V. (FBF) sowie zwei niedersächsische Praxisbetriebe.
Beide Projekte werden im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" (EIP-Agri) gefördert und mit Mitteln der Europäischen Union
kofinanziert.

